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SUMMARY:Sachverständige: ÖPNV-Anteil im ländlichen Raum ist zu gering
DESCRIPTION:Mit Modellen&nbsp\;zur Finanzierung und Organisation des öffen
 tlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hat sich der&nbsp\;Ausschuss&nbsp\;fü
 r Verkehr und digitale Infrastruktur&nbsp\;&nbsp\;unter Vorsitz von Cem Ö
 zdemir (Bündnis 90/Die Grünen&nbsp\;in einer öffentlichen Expertenanhö
 rung am Mittwoch\, 13. Januar 2021\, auseinandergesetzt. Dabei wurde die E
 rhöhung der Regionalisierungsmittel\, mit denen der Bund den Nahverkehr d
 er Länder unterstützt\, begrüßt\, eine Nutznießerfinanzierung diskuti
 ert und der Aufbau geschlossener Zugangssysteme zur Verminderung des Schwa
 rzfahrens eher kritisch bewertet. Einig waren sich die Sachverständigen\,
  dass der ÖPNV-Anteil im ländlichen Raum zu gering sei.Timm Fuchs vom De
 utschen Städte- und Gemeindebund verwies auf Verluste im ÖPNV von jährl
 ich 250 Millionen Euro durch Schwarzfahrer. Dem gegenüber stünden aber I
 nvestitionskosten von etwa zwei Milliarden Euro für Zugangssicherungssyst
 eme\, zu denen noch Wartungs- und Betriebskosten kämen. Problematisch sei
  auch\, dass damit sowohl die Zugänge für Menschen mit Behinderungen als
  auch die Mitnahme von Fahrrädern\, die ja gewünscht sei\, erschwert wer
 de. „Aus unserer Sicht funktioniert der Zugang zum ÖPNV und das Ticketi
 ng derzeit sehr gut“\, sagte der Kommunalvertreter. Besser sei es\, in d
 en Auf- und Ausbau digitaler Angebote zu setzen\, wie etwa die Registrieru
 ng per Handy.Dem stimmte Jan Schilling\, Geschäftsführer ÖPNV beim Verb
 and Deutscher Verkehrsunternehmen\, zu. Es gelte\, Barrieren abzubauen&nbs
 p\;statt neue zu errichten. Schilling begrüßte den vorgenommenen&nbsp\;P
 aradigmenwechsel hin zu einer stärkeren staatlichen Finanzierung der ÖPN
 V. Er halte die Subsidiarität\, die auch im Verkehr stattfinde\, „für 
 das richtige strukturierende Element“. Die Verantwortung der Kommunen un
 d Länder müsse gestärkt werden\, sagte er. Die Länder müssten dem abe
 r auch gerecht werden\, fügte Schilling hinzu und sprach von einigen Län
 dern\, „in denen noch eine große Zurückhaltung herrscht“.Dass die Bu
 ndesmittel in einigen Ländern nicht sofort umgesetzt werden\, hat aus Sic
 ht von Matthias Stoffregen\, Geschäftsführer des Verbandes der Wettbewer
 bsbahnen im Schienenpersonenverkehr (Mofair)\, teils gute Gründe. Einige 
 ostdeutsche Flächenländer etwa sähen sich gezwungen\, Rücklagen zu bil
 den\, um auch in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre ihre Verkehrsverträ
 ge noch bedienen zu können. In einigen westdeutschen Ländern seien es gr
 oße Infrastrukturvorhaben\, für die Geld angespart werde. Ein Rückzug d
 er Länder aus der Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) sei
  gleichwohl nicht zu verzeichnen\, sagte Stoffregen.Besonders prekär sei 
 die Lage des ÖPNV im ländlichen Raum\, befand Robert Hänsch von der Ver
 kehrsberatungsagentur Interlink. Wichtig sei es\, ein verlässliches\, abe
 r auch sichtbares Angebot zu schaffen. „Wir brauchen einen Taktverkehr a
 uf den relevanten starken Achsen“\, sagte der Verkehrsplaner. Mit Blick 
 auf die Finanzierung sei klar\, dass die Erlöse niemals die Kosten ausgle
 ichen könnten. Geprüft werden sollte das Thema Nutznießer\, also die Be
 teiligung von Dritten. Aktuell sei es so\, dass etwa bei der Errichtung ei
 nes Einkaufszentrums entsprechende Pkw-Parkplätze verlangt werden\, eine 
 ÖPNV-Anbindung aber nicht gefordert werde.Würde das Parkrecht von Pkw au
 f öffentlichen Straßen aufgehoben\, „hätten wir ganz schnell eine and
 ere Situation“\, befand Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum 
 für Sozialforschung Berlin. Es sei nicht nachvollziehbar\, warum das priv
 ate Auto straßenverkehrsrechtlich ein Gemeinwohl darstelle\, während Sha
 ring-Angebote Sondernutzungen seien. Knie kritisierte zudem\, dass der Sta
 at die Bereitstellung von Bus- und Zugkilometer finanziere\, es aber auf k
 ommunaler Ebene keine finanzielle Kopplung an die tatsächlich transportie
 rten Personenmengen gebe. Damit fehle der unternehmerische Anreiz\, das An
 gebot kundenfreundlich zu gestalten.Lediglich das Angebot auszudehnen brin
 gt aus Sicht von Prof. Dr. Kay Mitusch vom Karlsruher Institut für Techno
 logie auch klimapolitisch nicht viel. „Wenn leere Busse herumfahren\, sp
 art das kein CO2 ein“\, sagte er. Eine Grundversorgung als Daseinsvorsor
 ge sollte beibehalten werden\, befand er. Darüber hinausgehende Schritte\
 , abseits des vom Bund durchfinanzierten SPNV\, sollten durch die Länder 
 finanziert werden\, regte er an. Eine maßvolle ÖPNV-Erschließungs- oder
  Nahverkehrsabgabe für Bewohner und Gewerbe\, ähnlich dem „Versement T
 ransport“ in Frankreich\, als Element einer Nutznießerfinanzierung&nbsp
 \;sei ebenfalls denkbar.Würde das Parkrecht von Pkw auf öffentlichen Str
 aßen aufgehoben\, „hätten wir ganz schnell eine andere Situation“\, 
 befand Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschun
 g Berlin. Es sei nicht nachvollziehbar\, warum das private Auto straßenve
 rkehrsrechtlich ein Gemeinwohl darstelle\, während Sharing-Angebote Sonde
 rnutzungen seien. Knie kritisierte zudem\, dass der Staat die Bereitstellu
 ng von Bus- und Zugkilometer finanziere\, es aber auf kommunaler Ebene kei
 ne finanzielle Kopplung an die tatsächlich transportierten Personenmengen
  gebe. Damit fehle der unternehmerische Anreiz\, das Angebot kundenfreundl
 ich zu gestalten.Lediglich das Angebot auszudehnen bringt aus Sicht von Pr
 of. Dr. Kay Mitusch vom Karlsruher Institut für Technologie auch klimapol
 itisch nicht viel. „Wenn leere Busse herumfahren\, spart das kein CO2 ei
 n“\, sagte er. Eine Grundversorgung als Daseinsvorsorge sollte beibehalt
 en werden\, befand er. Darüber hinausgehende Schritte\, abseits des vom B
 und durchfinanzierten SPNV\, sollten durch die Länder finanziert werden\,
  regte er an. Eine maßvolle ÖPNV-Erschließungs- oder Nahverkehrsabgabe 
 für Bewohner und Gewerbe\, ähnlich dem „Versement Transport“ in Fran
 kreich\, als Element einer Nutznießerfinanzierung&nbsp\;sei ebenfalls den
 kbar.
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